Verhaltensbiologie und Ökologie der Blattschneiderameisen

Blattschneiderameisen sind aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeit, Pilze als Nahrung zu züchten und der vielen ökologischen Auswirkungen, die sich aus dieser Symbiose ergeben, sehr einzigartig. Sie gehören sie zu den weltweit gefräßigsten pflanzenfressenden Insekten, die jedes Jahr bis zu 15 % der stehenden Blattmasse im bis zu 1 ha großen Territorium ihrer Kolonie schneiden. Das Pflanzenökologie-Team der AG Molekulare Botanik betreibt Feldforschung im natürlichen Habitat der Ameisen in Südamerika. Um mechanistische Fragen zu klären - etwa zu chemischen und verhaltensbiologischen Aspekten der Nahrungswahl - halten wir auch einige Kolonien unter kontrollierten klimatischen Bedingungen im Ameisenlabor der RPTU. Einige der Kolonien sind schon über 10 Jahre alt und damit älter als freilebende Kolonien. Die Kultivierung dieser Ameisen erfordert viel Expertise und ist nur in wenigen deutschen Forschungseinrichtungen realisiert, weshalb unser Labor auch regelmäßig von internationalen Gastwissenschaftler:innen besucht wird.