Neue Therapieansätze in der Alzheimerforschung

In der Abteilung Humanbiologie befassen wir uns mit der Erforschung der Alzheimerkrankheit, um deren Ursachen besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Ein zentrales Projekt widmet sich dabei dem Amyloid-Vorläuferprotein (APP). Aus diesem Protein entsteht das toxische Abeta-Peptid, das sich im Gehirn von Alzheimerpatienten ablagert und als Hauptverursacher der Krankheit gilt. Abeta entsteht allerdings nur, wenn APP durch einen Prozess namens Endozytose von der Zelloberfläche aufgenommen wird.

Wir haben verschiedene Bereiche des APP-Proteins identifiziert, die diesen Prozess der Endozytose wesentlich beeinflussen. Unser Ziel ist es nun, mithilfe von Hochdurchsatz-Mikroskopie und künstlicher Intelligenz Peptide und Wirkstoffe zu finden, die gezielt die Endozytose von APP hemmen. Diese Untersuchungen führen wir zunächst in Zellkulturen durch, um mögliche Wirkstoffe zu identifizieren.

Doch um herauszufinden, ob diese Substanzen auch im Gehirn die Entstehung der schädlichen Abeta-Ablagerungen verhindern, sind Experimente an einem Mausmodell für Alzheimer unerlässlich. Diese Mäuse tragen eine Mutation, die dazu führt, dass sie, ähnlich wie Menschen mit Alzheimer, im Alter amyloide Plaques entwickeln. Nur in diesem lebenden System können wir prüfen, ob die Wirkstoffe auch im komplexen Organismus ihre Aufgabe erfüllen.

Wenn sich die Substanzen im Mausmodell als wirksam erweisen, wäre das ein bedeutender Fortschritt. In Zusammenarbeit mit Kliniken könnten wir dann den nächsten Schritt gehen und überprüfen, ob unsere Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen werden können.