Kaninchen als Helfer für die Antikörper-Herstellung
Antikörper können uns nicht nur dabei helfen, Krankheitserreger in unserem Körper zu bekämpfen, sondern sind auch essentielle Werkzeuge in biologischen und biomedizinischen Laboren. Denn dadurch, dass sie jeweils an eine ganz bestimmte Sorte Protein binden, erlauben sie es Forschern und Forscherinnen, Proteine spezifisch zu markieren und unter dem Mikroskop innerhalb der Zelle sichtbar zu machen oder auch zur weiteren Charakterisierung aus den Zellen herauszufischen. Dies trägt dazu bei, die Funktion individueller Proteine zu entschlüsseln, was eine Voraussetzung dafür ist, ihre Rolle bei der Entstehung von Krankheiten zu verstehen.
Die effizienteste Art und Weise, Antikörper herzustellen, besteht immer noch darin, die natürliche Immunantwort auszunutzen, z.B. die von Kaninchen. Dazu wird den Kaninchen wie bei einer Impfung das Protein injiziert, gegen das ihr Immunsystem Antikörper herstellen soll. Wie bei einer Blutspende wird den Kaninchen später eine unbedenkliche Menge Blut abgenommen, aus dem die Antikörper isoliert werden können.
Deshalb werden an der RPTU in der Regel 2-4 Kaninchen gehalten. Die Kaninchen leben für 10 bis 12 Monate gut versorgt zu zweit auf 30 m2 in der Tierhaltung. Die Tiere nehmen keinen Schaden und werden nach ihrer Zeit in der RPTU Tierhaltung gesund an private Tierhalter und Tierhalterinnen vermittelt, um von da an als Haustiere weiterzuleben.